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Das Private ist politisch: Neue Termine und letzte Chance für den Open Call

Interdisziplinäre Ausstellungsreihe zu weiblichen Arbeitserfahrungen startet am 24.10.2026

Blick auf die Spree in Berlin Kreuzberg, im Hintergrund der Fernsehturm

Auf einen Blick: Die interdisziplinäre Ausstellungsreihe „Das Private ist politisch – Weibliche Erfahrungswelten im Arbeitsleben“ startet am 24. Oktober 2026 im Berliner Projektraum „Raum für gute Arbeit – rga“. Künstler:innen können noch bis 31. August Arbeiten einreichen: Mehr als 16 Künstler:innen sind bereits in der Auswahl.

Vernissage am 24. Oktober 2026: Der neue Termin steht

Die ursprünglich für September geplante Eröffnung der Ausstellungsreihe wurde verschoben. Der neue Termin für die Vernissage ist nun der 24. Oktober 2026 um 14 Uhr im Projektraum der SEQUOYA GmbH in Berlin-Kreuzberg. So bleibt mehr Zeit für eine konzentriertere Vorbereitung und allen Beteiligten haben mehr Raum für den kreativen Prozess.

„Es läuft fantastisch. So unterschiedliche Frauen reichen ein – sie stammen aus Berlin, Argentinien, Italien oder Spanien.  Diese Vielfalt der künstlerischen Stimmen war von Anfang an das Ziel des Projekts.“
Heike Sohna, Projektinitiatorin des Kunstprojekts „Das Private ist politisch“

Eine Reihe, viele Stimmen: Das Ausstellungskonzept

Die Auftaktvernissage am 24. Oktober versammelt alle beteiligten Künstler:innen und stellt ihre Positionen erstmals gemeinsam vor. Insgesamt sind fünf Gruppenausstellungen mit eigener Vernissage im Projektzeitraum vom 24. Oktober 2026 bis November 2027 geplant – mit Option auf Verlängerung. Am 08. Januar 2027 startet die nächste Gruppenausstellung, die die Werke von bis zu drei  Künstler:innen vorstellt. Alle Termine werden rechtzeitig hier veröffentlicht.

Dieses Format ist bewusst gewählt: Statt alle Arbeiten dauerhaft nebeneinander zu zeigen, erhält jede Position ihren eigenen kuratorischen Rahmen. So bekommen die einzelnen Werke die Aufmerksamkeit und den Raum, den sie verdienen. Die Auftaktveranstaltung macht die Verbindung zum Gesamtprojekt sichtbar: Eine Wandpräsentation zeigt alle beteiligten Künstlerinnen mit Kurzbiografien und Werkabbildungen.

Im Zentrum der Arbeiten stehen Erfahrungen von Erwerbsarbeit und Care-Arbeit, Sichtbarkeit und Zuschreibung, Selbstbehauptung und gesellschaftlicher Teilhabe – betrachtet aus FLINTA*-, postmigrantischen und intersektionalen Perspektiven.

„Mein Ziel ist es, ein Miteinander zu entwickeln, das von Freude, positiver Energie, Leichtigkeit und gegenseitiger Inspiration getragen wird und zugleich künstlerisch und im Dialog anspruchsvoll bleibt. Unterschiedliche Erfahrungen sollen dabei nicht vereinheitlicht, sondern in ihrer Vielstimmigkeit sichtbar und hörbar werden. Wir entwickeln das Projekt ohne unnötigen Druck und in einem gemeinsamen Tempo, das allen Beteiligten Raum zur Entfaltung gibt.“
Heike Sohna, Projektinitiatorin des Kunstprojekts „Das Private ist politisch“

Wiederkehrende Formate: Was jede Vernissage verbindet

Jede Vernissage wird durch die performative Lesung „Der weiße Raum – Keine Zeit zu(m) Schweigen“ begleitet. Die etwa fünfzehnminütige intermediale Arbeit verbindet Text, Sound und Licht und thematisiert das Innenleben einer Frau unter dem Druck gesellschaftlicher Erwartungen.

Eine partizipative Audio-Installation lädt Besucherinnen und Besucher ein, eigene Erfahrungen aus dem Arbeitsleben zu teilen. Diese Beiträge bilden eine fortlaufende Sammlung und fließen in die Workshops ein, die ab Juni 2027 stattfinden. So entsteht über die gesamte Laufzeit ein wachsender Resonanzraum zwischen Kunst und Publikum.

Zukunft des Projekts

Die Ausstellungsreihe will einen Raum für Sichtbarkeit und Repräsentation für künstlerische Perspektiven auf Arbeits- und Lebensrealitäten von FLINTA* schaffen. Die Workshops und Gesprächsformate sollen Empowerment und Selbstwirksamkeit sowie den Diskurs und Vernetzung zwischen Künstler:innen, Aktivist:innen, Wissenschaftler:innen und Arbeitenden stärken.

„Besonders wichtig ist mir eine nachhaltige Projektentwicklung, die über die Laufzeit hinaus wirken soll. Durch unterschiedliche Veranstaltungen, wechselnde Ausstellungen und neue Kooperationen entsteht so ein Netzwerk, das sich perspektivisch eigenständig entwickelt und unabhängig von mir als Initiatorin weitergeführt werden kann.“
Heike Sohna, Projektinitiatorin des Kunstprojekts „Das Private ist politisch“

Open Call: Noch bis 31. August einreichen

Künstlerinnen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten, können noch bis zum 31. August 2026 ihre Arbeiten einreichen. Gesucht werden Positionen aus allen künstlerischen Disziplinen: Malerei, Fotografie, Film, Installation, Performance, Literatur, Sound.

Die Ausstellungsreihe versteht Kunst als Seismograf gesellschaftlicher Wirklichkeit. Sie macht sichtbar, was im beruflichen und privaten Alltag häufig übersehen, individualisiert oder nicht ausgesprochen wird.

Die Reihe im Überblick: Oktober 2026 bis November 2027

Ergänzend zu den Ausstellungen sind geplant:

  • Thematische Workshops zu Mental Load, Gender Pay Gap, Sichtbarkeit und Selbstpositionierung (Juni, September, November 2027)
  • Kuratierte Filmreihe im Kino & Bar Königstadt mit dokumentarischen und audiovisuellen Arbeiten
  • Abschlussworkshop und Podiumsdiskussion im Roten Salon der Volksbühne

Die Motivation der Initiatorin

„Das Private ist politisch“ knüpft an feministische, migrantische und zivilgesellschaftliche Traditionen Berlins an und überführt sie in zeitgenössische künstlerische Formate. Das Projekt verbindet künstlerische Produktion mit gesellschaftspolitischer Reflexion und partizipativer Vermittlung.

Initiatorin ist Heike Sohna, Gründerin und Geschäftsführerin der SEQUOYA GmbH. Als Coach, Organisationsentwicklerin und systemische Beraterin begleitet sie seit über 20 Jahren Menschen und Organisationen in Veränderungsprozessen. Ihre Motivation für das ambitionierte Kunst- und Austauschformat fasst sie so zusammen:

„In meiner heutigen Lebensphase spüre ich: Jetzt ist nicht die Zeit, leiser zu werden. Dieses Vorhaben ist aus meinen Erfahrungen mit Arbeit und Macht, Anpassung und Selbstzweifeln, aber auch mit Wut, Widerstand und transformativer Kraft entstanden.

Als Gründerin und Geschäftsführerin einer Coachingagentur habe ich heute die Möglichkeit und Verantwortung, Räume für Begegnung und Austausch zu öffnen. Dabei geht es mir nicht um Deutungshoheit, sondern darum, zuzuhören, Erfahrungen miteinander zu verbinden und Prozesse anzustoßen.

Kunst ist für mich ein Seismograf weiblicher Lebens- und Arbeitswirklichkeit. Sie macht sichtbar, was häufig übersehen, individualisiert oder verschwiegen wird: persönliche Erfahrungen in ihrer Verletzlichkeit, Widersprüchlichkeit und Kraft – und zugleich als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse.“

Einreichungen bis 31. August 2026 unter: https://rga.berlin/projektraum/das-private-ist-politisch-weibliche-erfahrungswelten-im-arbeitsleben/