Tipps für die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ist fast zu Ende, Sie haben es bis hierhin erfolgreich gemeistert und dann kommt die Frage aller Fragen… „Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?“. Wie gehen Sie mit dieser Frage souverän um?

Um an dieser Stelle ein adäquates Brutto-Jahresgehalt nennen zu können, ist eine gute Vorbereitung vor dem Vorstellungsgespräch am wichtigsten – entsprechend vor der Gehaltsverhandlung bei einer laufenden Anstellung. Je mehr Sie wissen, desto besser können Sie argumentieren: Was ist branchenüblich / üblich für Ihre Position / für Ihre Tätigkeit? Wie ist die wirtschaftliche Lage und Größe des Unternehmens? Wie wirkt sich die örtliche Region auf das Gehalt aus?

Eine andere, einfacherer (aber nicht unbedingt akkuratere) Möglichkeit ist es, Ihr bisheriges Brutto-Gehalt heranzuziehen und 10-20% darauf zu rechnen. Dieses ist allerdings nur möglich, wenn Sie aus einem ungekündigten Anstellungsverhältnis heraus wechseln möchten. Dann kann man davon ausgehen, dass mit dem Wechsel der Anstellung auch eine Gehaltssteigerung erwartet wird.

Und schließlich können Sie sich als Abgleich die Frage stellen: Was möchte ich verdienen? Unabhängig von allen Vorgaben oder der Vergangenheit – was fühlt sich richtig (realistisch) gut an?

In jedem Fall ist es empfehlenswert, sich eine persönliche Untergrenze vor dem Gespräch zu überlegen. Bis zu dieser Grenze sind Sie im schlimmsten Fall bereit, sich herunter handeln zu lassen. Darunter machen Sie den Job nicht. Falls Ihr (zukünftiger) Arbeitgeber nur bereit ist, ein niedrige(re)s Gehalt zu zahlen, können Sie mit den Sozial- und Zusatzleistungen noch etwas herausholen. Wie sieht es mit Weiterbildungen aus? 13. Monatsgehalt? Urlaubs-/Weihnachtsgeld? Übernahme von Übernahme von Direktversicherungen, vermögenswirksame Leistungen, Jahrestickets, Firmenwagen, privat genutzte Handys, Laptop, betriebliche Altersversorgung, Aktienoptionen, etc.? Diese Zusatzleistungen können Sie auch gut heranziehen, wenn Ihr zukünftiger Arbeitgeber keine Verhandlungsbereitschaft bei der Frage des Gehalts zeigt oder auf fest vorgeschriebene Einstiegsgehälter beharrt.

Schließlich ist es nicht nur ratsam, sich eine realistische Zahl zu überleben, sondern diese auch mit den eigenen Qualifikationen und Erfahrungen begründen zu können. Was genau macht Sie und Ihre Arbeit so wertvoll für den Arbeitgeber? Wie können Sie ihm helfen (Umsatz zu generieren)? Werden Ihre Qualifikationen und Kenntnisse dringend gesucht oder gibt es viel Konkurrenz unter den Bewerbern? Untermauern Sie Ihre Gehaltsvorstellung mit diesen Argumenten, um zu überzeugen. Alternativ können Sie es auch mit der Gegenfrage probieren: „Meine Qualifikationen und Fähigkeiten sollten sich im Gehalt widerspiegeln. Wie viel sind Ihnen diese Wert?“

Weitere Tipps:

  • Nennen Sie anfangs eher ein höheres Gehalt als Ihr Wunschgehalt, da Sie wahrscheinlich heruntergehandelt werden.
  • Vermeiden Sie es möglichst, eine konkrete Summe zu nennen. Falls Sie selbst eine Zahl nennen müssen, arbeiten Sie mit einer Unter- und Obergrenze.
  • Falls Ihr Gegenüber schnell mit dem genannten Gehalt einverstanden ist, war wahrscheinlich noch mehr möglich. Wenn Sie jetzt schnell reagieren, können Sie über die Sozial- und Zusatzleistungen noch etwas heraushandeln und Ihr Gehalt nachbessern.
  • Es ist nicht besser, dauerhaft auf angemessene Bezahlung zu verzichten.
  • Personalverantwortliche wissen oft, dass unterbezahlte Kräfte schnell unzufrieden sind oder kündigen, sobald ihnen eine angemessen vergütete Stelle angeboten wird.
  • Ein niedrigeres Gehalt spricht nicht für Ihre Qualifikationen.
  • Wenn Sie dennoch mit einem niedrigeren Gehalt einverstanden sind, ist es gut, deutlich zu machen, dass Sie dieses als vorläufige Zwischenlösung sehen oder als Einstieg in Kauf nehmen, weil die Stelle Ihnen wirklich wichtig ist.

Mögliche Startpunkte für die eigenen Gehaltsrecherche:

Gepostet von / August 2, 2019